also früher…

… also früher war das so, da habe ich um hierarchien zu vermeiden die buchstaben einfach alle gleich klein geschrieben, und der text brauchte keinen anfang und kein ende, außer es lief ihm so zu.
ich bin mit c. essen gegangen (das dessert schmeckte wie ein orgasmus), und danach gingen wir so durch die stadt, wie ich das im gegensatz zu früher gar nicht mehr oft tue (diese stadt in der ich wohne ist noch gar nicht zu fuß von mir erobert worde), naja jedenfalls wir spazierten, und wir landeten auf den schaukeln eines spielplatzes und umrundeten einmal das schloss undsoweiter, und langer rede kurzer sinn, das gespräch kam aufs schreiben.
sowieso wollte ich mal wieder übers schreiben schreiben.
habe ich ja früher am laufenden band so gemacht. schien motivierend zu sein, so auf dauer.
ich wollte erzählen, dass sich so langsam, langsam der wust an neuen herausforderungen lichtet, alltagsaufgaben vertrauter werden, und sich damit wieder mehr energie freischaltet, die für fiktion benutzt werden kann. und ich erinnere mich, wie wichtig mir das immer noch ist, dieses wortzeugs da. unter anderem, aber trotzdem.
und es ist schon eine weile her, glaube ich, dass ich abends müde vorm bildschirm gesessen und was ins internetz geschrieben hab: also früher! da war das der lifestyle! das war praktisch die essenz des lifestyles!
und jetzt

i can haz teh self acceptance nao plz ok!

eigentlich ist es ja schon gar nicht mehr der neunte mai, somit schummle ich jetzt. :)

heute hab ich gar nichts zu schreiben geplant. zwar hatte ich verschiedene ideen, doch jetzt bin ich müde und interessiere mich nicht mehr groß dafür, mich für eine zu entscheiden und dann auch noch versuchen einem konzept hinterherzueiern. also laufe ich den wörtern einfach mal hinterher.

gestern hatte ich einen großartigen tag mit g. wir verbrachten einen großen teil der zeit damit, uns gemeinsam über unsere eigenen komplexe krumm und schief zu lachen. ja, das geht! man  kann sich darüber aufregen, man kann aber auch sich darüber belustigen, wenn die richtige gesellschaft zur hand ist.

sie erzählte mir von einem artikel, in dem es um fat acceptance ging, eine bewegung, die ich sehr unterstütze, von der ich aber nicht wirklich viel ahnung habe bisher. in dem artikel ging es darum, das dicke ich zu akzeptieren und die idee des schlanken ichs loszulassen. wobei natürlich an der idee des schlanken ichs auch die vorstellung hängt, man sei alle seine fehler los, wenn man nur schlank wäre, und hätte dann praktisch alle seine zielen erreicht. (verkürzt dagestellt, aber ich glaube man kann sich was drunter vorstellen.)

g und ich sind beide schlank, aber wir erkannten trotzdem den grundgedanken sofort wieder. wir könnten ja für das schlanke ich auch zum beispiel das komplexfreie ich einsetzen.

im artikel wurden laut g verschiedene stadien der akzeptanz genannt. gerade eins habe ich sofort wieder erkannt. das ging so:

„ich kann mein dickes ich total akzeptieren. wenn ich noch ein paar kilos abgenommen habe.“

darüber mußte ich mich wirklich völlig schepplachen, weil das so exakt meiner eigenen denkweise entspricht. ich denke nämlich folgendes:

„also, es ist total gut, wenn man sich selber so akzeptiert, wie man ist. ich kann es auch akzeptieren, daß ich fehler habe! also, ich muß noch ein bißchen daran arbeiten, die meisten fehler zu beseitigen, aber wenn ich die dann weg habe, dann kann ich mich so super akzeptieren, das glaubst du gar nicht!“

dann gab es eins, das wir selbst erfunden haben, ich weiß nicht, ob es in dem artikel stand. und zwar:

„ich kann mein dickes ich total akzeptieren. solange meine klamotten mich ganz schlank aussehen lassen!“

an diesem kann man wahrscheinlich erkennen, daß wir von unserem problem ausgegangen sind und die dick/dünn-version dazu ausgedacht haben. meine variante, die lange nicht so lustig wie das erste beispiel ist:

„ich kann das schon akzeptieren, daß ich so komplexe habe. wenn ich mich so verhalte, als hätte ich keine, dann merkt das ja niemand und es hat also auch keine negativen auswirkungen auf mich. und auf die anderen auch nicht. das ist dann im prinzip so, als hätte ich die komplexe gar nicht! in dem fall kann ich sie akzeptieren.“

das nächste stammte möglicherweise auch von uns. ich fange gleich mit der komplexe-variante an.

„also, mein ziel ist, mich so anzunehmen, wie ich bin. das ist ein gutes ziel. WEIL. wenn ich mich so annehme, wie ich bin, mit meinen ängsten vor ablehnung und selbstwertissues, dann strahle ich das aus, daß ich so sehr selbstakzeptierend bin. leute, die sich selbst gut finden uns akzeptieren, die strahlen das nach außen aus. ALSO wenn ich mich mit diesen komplexen total annehme, dann! werde ich ja auch super charismatisch. was bedeutet! daß ich dann gar keinen grund für meine komplexe mehr haben muß, weil alle leute mich so geil finden und nie wieder negativ auf mich reagieren! problem gelöst!“

dazu muß ich sagen, daß ich an einen teil dieser variante wirklich glaube. ich glaube wirklich, daß menschen, die in sich ruhen, das auch nach außen ausstrahlen und dadurch oft angenehme menschen sind. der rest dieser denkweise besteht aber aus einer ganz seltsamen fortschrittsidee, die tatsächliche akzeptanz der eigenen komplexe ausschließt. ich will doch gelassen umgehen lernen damit, daß ich eben nicht diese perfekte charismatische person bin, die sich selbst immer super findet und von allen anerkannt ist. nicht, daß ich da was dagegen hätte, wenn sich durch meine gelassenheit auch charisma einstellen würde. aber wenn ich mit dem gedanken arbeite kann ich ja gleich zugeben, daß ich nur mein hypothethisches zukunftsich zu akzeptieren versuche. und nicht, wie ich eben jetzt bin.

ich könnte mich da immernoch theoretisch sehr darüber aufregen oder traurig sein. aber ich hatte so endlos viel spaß dabei, mit g gemeinsam darüber zu lachen, welche schnapsideen wir in unseren gehirnen gespeichert haben, daß ich mich eigentlich bloß an diesen spaß erinnern will und nächstes mal wieder lachen, anstatt mich selber zu kritisieren.

wenn ich das so mache, dann nehm ich mich ja ganz locker und nicht zu ernst, mache mir nie wieder zu viele gedanken, sondern amüsiere mich einfach nur komplexfrei über mich selber.

haha. :D :D :D

zu geil, oder? :D :D :D

Türkisner Hirsch

Während meiner späteren Schulzeit, so mit sechzehn, siebzehn hatte ich einen interessanten Bekannten- und Freundeskreis. Mehrere Menschen darin beeindruckten mich sehr, und es gibt ein paar Beinah- oder Kurzfreundschaften, von denen ich noch immer denke, daß mehr hätte hängen bleiben können. Warum wohl nichts davon hängen geblieben ist? Mag sein, daß sich in dieser Phase ganz gewöhnlicherweise die Netzwerke zwischen Personen stärker verschieben als später. Oder es liegt an etwas anderem.

Eine Freundin fand ich zu einer bestimmten Zeit besonders faszinierend. Sie zeichnete sich nicht nur durch eine angenehme und spannende Persönlichkeit aus, sondern auch durch eine ganz unverwechselbare Schönheit — diese Kombination lies mich überhaupt nicht los. Ich würde nicht sagen, daß ich in sie verliebt gewesen bin; nur dann, wenn ich auch sage, daß ich auf die eine oder andere Art allen meine Freund_innen eine Begeisterung entgegenbringe, die man genauso gut und treffend Liebe nennen kann (that’s how strange I am).

Jedenfalls war ich ein mauernloser Mensch zu dieser Zeit; ich trug mein Herz vor mir her und identifizierte mich auch ein Stück weit über meinen offenen Umgang mit meinen Gefühlen. So erinnere ich mich.

Die Freundin durfte sich also immer mal wieder meine Begeisterungsbekundungen anhören. Sie lagen mir eben auf der Zunge. Ich hätte mich mit bewußter Anstrengung bremsen müssen, um nichts zu sagen, und da ich dazu keinen Grund sah, teilte ich ihr eben mit, wie großartig ich sie fand. Irgendwo muß ich dabei eine Grenze überschritten haben, denn sie bat mich, mit diesen Bekundungen aufuhören. Sie fühle sich dadurch unter Druck gesetzt. (Ich bin nicht sicher, ob sie wirklich das gesagt hat, aber falls sie es nicht war, habe ich das von jemand anderem in einer ähnlichen Situation gehört. Mehrere Male.) Sie halte sich selbst überhaupt nicht für so toll und wolle nicht, daß ich sie auf ein Podest stelle.

Später hörten wir auf, so viel miteinander zu tun zu haben. Ich glaube, das lag an ihrer Gewohnheit, ihre intensiven Freundschaften öfter auszutauschen, nicht an mir persönlich. Diese Episode aber blieb bei mir hängen. Damals habe ich überhaupt nicht verstanden, was für ein Problem diese Freundin mit meinen Gefühlsäußerungen hatte. War es denn nicht wunderbar, positive Resonanz zu erhalten?

Jahre später habe ich mit einer anderen Freundin, mit der ich auch jetzt noch befreundet bin, über dieses Thema gesprochen. Sie erklärte mir einen Teil des Problems, um das es damals gegangen sein mag. Wenn du mich so sehr lobst, sagte sie sinngemäß, dann fühle ich mich überschätzt und habe Angst, deinem Bild von mir nicht gerecht werden zu können.

Dieser Teil des Problems scheint auf den ersten Blick mit dem Selbstwert der gelobten Person zu tun zu haben. Es geht aber noch um etwas anderes, nämlich um das Bedürfnis, als die Person erkannt zu werden, als die man sich selbst sieht. Meine Freundinnen glaubten, daß ich sie idealisieren und sie damit verkennen würde. Sie wollten mit ihren Fehlern wahrgenommen werden. Gerade Frauen, besonders sehr reflektierte, definieren sich schließlich oft viel stärker über ihre Schwächen als über ihre Stärken oder die Kombination aller ihrer Eigenschaften. Wenn ich ihnen gegenüber nur von ihren „guten Seiten“ schwärme, meinen sie, ich sähe ihr wirkliches Selbst nicht. Umso größer die Angst, ich könnte irgendwann über dieses häßliche wirkliche Selbst stolpern und sofort das Interesse an der Freundschaft verlieren.

Oder sie glauben, ich würde mich gar nicht für sie selbst interessieren, sondern nur für ein Bild von ihnen, das lediglich in meinem Kopf existiert.

Die Furcht ist verständlich, und der Wunsch, als ganze Person wahrgenommen zu werden, ist mehr als legitim.

Aber es ist überhaupt nicht so, daß ich meine Freund_innen idealisiere. Ich nehme das, was sie als ihre Schwächen sehen, durchaus wahr. Nur stört es mich einfach nicht sonderlich. Dazugehörige Binsenweisheiten:  „Alles hat mindestens zwei Seiten.“ oder: „Schwächen und Stärken bedingen sich gegenseitig.“ Schon oft gehört, trotzdem nicht falsch. (Dagegen fürchte ich mich geradezu vor Frauen, die keine erkennbaren Fehler haben und gehe ihnen aus dem Weg, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.)

Nun gab es auch schon Freund_innen, die sich mit größter Wahrscheinlichkeit nicht von mir verkannt gefühlt haben dürften, da sie wußten, ich kenne ihre „Fehler“. Trotzdem reagierten sie an irgendeiner Stelle allergisch auf meine Emotionsäußerungen. Um was ging es da, wenn eher nicht um das Verkennen? Viel eher um die die automatische Assoziation von hoher Einschätzung und hoher Erwartung. Die Idee also: Erstens, wenn ich von jemandem sehr viel halte, dann erwarte ich von ihm auch sehr viel Leistung. Und zweitens, wenn ich für jemanden sehr viel empfinde, dann erwarte ich von ihm auch sehr viel Gefühl als „Gegenleistung“.

Idee Eins kann man meines Erachtens getrost abtun. Die Angst anerkenne ich natürlich, aber auf der Inhaltsebene halte ich das für Blödsinn.

Idee Zwei ist schwierig. Ich möchte sie genauso abtun und behaupten, daß ich natürlich überhaupt nichts erwarte, nie! (Haha.) Und ich möchte sie beschwichtigen und erklären, daß meine Gefühle an sich überhaupt nicht an Erwartungen gekoppelt sind; daß meine Gefühle nur zu mir gehören und zunächst in keiner Relation stehen zu denen des Gegenübers. (Stimmt wirklich.)

Ich will die Möglichkeit haben, meine Gefühle zu äußern, weil sie mir eben auf den Lippen liegen, heute wie je. Damit strebe ich nicht an, Druck auf jemanden auszuüben. Die Reaktion der alten Freundin vor vielen Jahren auf meine Begeisterung für sie hat mich verunsichert, und daß das nicht das letzte Mal war, daß ich eine solche Reaktion bekam, vertiefte die Unsicherheit.

Es ist wohl wahr, daß wer eine Zuneigung zu einem anderen Menschen empfindet gerne diese Zuneigung erwidert sehen will – das ist ein Wunsch.

Ist ein Wunsch dasselbe wie eine Erwartung? Übertritt der Wunsch persönliche Grenzen?

Mein kluges feministisches Buch aus der 80ern über Wut und Beziehungen, welches ich kürzlich gelesen habe, würde mir sicher bestätigen, daß jede_r selbst die eigenen Grenzen schützen sollte, und daß mein Gefühl in der Tat, auch wenn ich es äußere, zu mir gehört, nicht zum Gegenüber. Wenn also meine Begeisterungsäußerung bei der alten Freundin etwas ausgelöst hat, eine Angst, Abwehr oder was auch immer, dann war das etwas, was in ihrer eigenen Verantwortung lag, nicht in meiner.

Und in meiner Verantwortung liegt es, daß die Abwehrreaktion mir etwas ausgemacht hat, und daß es mir weh tut, wenn mir wichtige Menschen sich von mir abwenden, weil meine Emotionsäußerungen ihnen zu drastisch sind. Es ist auch meine Sache, daß ich mich nicht mehr recht wage, mein Herz vor mir herzutragen, obwohl ich genau diese Eigenschaft früher an mir geschätzt habe.

Jetzt weiß ich nicht, wo ich hin will mit diesem Text, weil ich selbst noch gar nicht an einem Ende angekommen bin. Aber die Freundin, die neben mir sitzt, meint ich sei bei einem Zwischenfazit angekommen. Glaube ich ihr das also einfach mal.

I’m writing this to get rid of my envy

I feel so stupidly lonely, and the attributes I hate most about myself get blown to the surface: envy, most of it all, and self pity. Oh I know, it doesn’t do anyone any good when I’m being mean to myself, but envy (which is really loneliness) tastes ugly in my throat, like mould or milk gone bad.

My very good old friend – let’s call her Maja – just phoned me to tell me that she’s getting married. She manages to do this for completely practical reasons and still gets all the romantic stuff out of it, and more, complete with roses, engagement ring and candlelight. I love her for the way she manages this, which is completely unique and full of true passion.

Another friend of mine is five months pregnant.

Is it ridiculous that a part of me wants that stuff, too? Probably not. But it certainly is impractical, because I’m not going to get it any time soon.

M and W had fight today, a small one, M says, but I can’t quite grasp why he doesn’t just listen to her, why he always has to belittle her feelings. He’s not like that with me, and I know he can do better. Everyone seems to be fighting these days (well, not Maja and her fiancé, obviously), and it’s difficult to distance myself from those fights, because I panick easily and start to believe that everything is breaking apart.

Today’s not such a good day. On other days, I feel brilliant, independent, strong, calm. But the longer I’m in this city, staring at a flickering computer screen, sleeping too long and drifting through whole days without anything practical to do, the more I’m losing my equilibrium.

Just gotta move away, then, right? The answer is quite easy, I just have to do it.

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Apropos moving away – I don’t feel safe out here in the open anymore, so MAYBE I’m going to move my private content to wyrdnis.dreamwidth.org and make that journal friendslocked. If you want to join me there, I’d be happy. I can’t guarantee there will be much more than whining, though –  saldly I don’t tend to blog much when I’m happy.

mhm, schon wieder so viel zeit vergangen.

ich bin so in dieser stadt, nennen wir sie mal „zwischen den baustellen“, und ich tue nicht viel. also, gerade jetzt. einige tage war es doch viel. ein, zwei nicht sehr aktive tage, und ich denke sofort wieder, daß ich in marmor gegossen bin.

und – ich wünschte, ich wäre nicht so schrecklich eifersüchtig, was meine freund_innen betrifft, viel eifersüchtiger als bei meinen liebhaber_innen (denn bei denen ist wenigstens meistens klar, daß ich eine besondere position bei ihnen habe).

nicht sehr ideologisch korrekt, was.

es ist hier schwierig, die dinge wieder so richtig in bewegung zu kriegen. ich sollte hier nicht mehr lange bleiben.

ist das eine krise oder ein ablösungsprozeß?

es ist schon gerade sehr schwierig. a entgleitet mir immer mehr, doch ganz weg ist er noch nicht. im kopf führe ich einseitige gespräche mit ihm, denn wenn ich tatsächlich mit ihm rede, schmerzt es uns beide zu sehr — ich kann ja nicht richtig verdrängen und über anderes reden, und alles wird sehr tränenreich.

alle meine freund_innen sind verständnisvoll und hören mir zu, so viel ich auch jammere. wohin geht das alles wohl?

inwieweit muß ich meine beziehung und die ganzen letzten zehn jahre re-evaluieren, weil a am ende vllt doch nicht bei mir bleiben möchte? oder beinflußt das nicht das, was wir hatten? (haben?)

ich denke an die kompromisse, die ich gemacht habe, und die es mir zu dem zeitpunkt wert erschienen, sie zu machen, damit a und ich unsere zukunft weiter miteinander planen können. es waren ja nicht viele große kompromisse, weil ich nicht so kompromißbereit bin. aber ein paar wenige große kompromisse waren es, die ich für temporär hielt. ich habe immer alles in dem bewußtsein geplant, daß a und ich zusammen bleiben würden. weil das die art von basisbeziehung war, die ich wollte. wenn wir auseinander gehen, habe ich kein interesse, mir eine neue — wie sagt man, stammbeziehung vielleicht, wie ein baumstamm? primary beziehung, dummes wort. — naja, ich will mir keine neue beziehung suchen, die dieselbe stelle einnimmt wie meine alte. das wäre ohnehin nicht möglich.

es ist gut, nicht allein dazustehen, aber scheiße, ohne a dazustehen, kontext egal.

außerdem überlege ich mir nun, wie a zu helfen wäre. er ist in der untragbaren, schrecklichen situation, sich zwischen zwei menschen, die er liebt, entscheiden zu müssen. eine situation, die ich immer zu umgehen versucht habe, weil ich sie so völlig befremdlich, unnötig, ja, eklig finde. oder natürlich kann er sich auch noch gegen uns beide entscheiden, s und ich sind ja beide nicht perfekt. er sagt, das problem ist überhaupt nicht lösbar.

wie ist das problem lösbar? nicht als win-win-situation, soviel ist klar. ein stück weit hat schon jede_r verloren. meine mutter sagt zu mir, so straightforward, wie sie manchmal ist, dann mußt du handeln (gehen, meint sie).  ist das eine lösung? was ist eine lösung? wen kann ich fragen? meine therapeutin kümmert sich um meine probleme, nicht um die von a, und er hat keine zeit, kein geld und keinen mut sich selbst eine_n therapeut_in zu suchen. der beratungsstellentermin ist dann, wo er nicht in der stadt ist.

ich lese alte bücher die ich schon kenne, trinke zu viel kaffee, heule mich bei freund_inne aus. mein impuls ist, mich in m und w’s bett zu verkriechen, aber ich weiß, das ist kein guter impuls. ich werde nicht meine neue, junge beziehung überfordern und sie benutzen, den schmerz über den bruch der alten zu kitten. wenn ich beide, nein, alle drei beziehungen trennen kann, während sie nebeneinander laufen, dann soll das auch gehen, wenn eine wegfällt. m und w haben das nicht verdient, der ersatz für a oder für meine makellose zukunftsvorstellung zu sein.

ich fahre auf so vielen schienen gleichzeitig, und ich meine nicht die beziehungen.

sondern die möglichen varianten, wie das ausgehen kann, die ich alle schon jetzt zu durchdenken versuche.

a fürchtet sich vor der beziehung mit mir, weil er jetzt festgestellt hat, daß er mich nicht teilen will. aber das müßte er. manche leute tun sowas ja, mono in a polyamorous relationship, doch während ich dafür einen heidenrespekt habe, würde ich es nie von jemandem verlangen wollen und mich wahrscheinlich mit eine_r partner_in, der/die wirklich monogam ist, unwohl fühlen. weil ich angst hätte, daß sie/er zu viele kompromisse macht und nicht genug bekommt, was er/sie braucht. ich wäre ja auch nicht bereit, eine monogame beziehung zu führen meinem partner zuliebe.

nur, daß a so lange scheinbar glücklich mit mir war, und auf einmal geht das alles nicht… ich kann mich nicht recht daran gewöhnen, daß anderer leute selbsterkenntnis in einer anderen geschwindigkeit (und einem anderen rhythmus) läuft als meine.

so sachen. und gespräche. und so.

wenn ich zur zeit freund_innen treffe, fragen sie mich meistens, wie es a geht (meinem langjährigen freund). sie meinen damit einerseits „wie es a geht“, und dann meinen sie, das sieht man ihrem besorgt-geschockten blick, „wie geht es dir denn, und ist eure beziehung endlich wieder in ordnung? alles wieder im lot, so wie wir es kennen?“ denn natürlich sind sie alle gewöhnt, daß die beziehung von a und mir ein fels in der brandung ist, ich kenne das gefühl, und man wird verunsichert, wenn der fels zu sehr vom wasser überspült wird.

und ich fühle mich wie in diesen viel zu häufigen situationen, wo die leute mich fragen, und, was machst du mal mit dem, was du studiert hast? oder: über was schreibst du deine magisterarbeit? all diese fragen, die man einfach schon 3omal zuviel hat beantworten müssen. alles wiederholt sich, das spiegelt mir zu deutlich diese kreiselbewegung, die ich vollziehe, wenn ich versuche, etwas zur besserung der situation zu unternehmen, immer und immer wieder, und es liegt einfach nicht in meiner hand. blablabla. ratter ratter ratter. produzier erklär drumrumdenkt reproduzier verfestig.

auf der anderen seite ist es auch gut, darüber zu reden. nur nicht so, wenn ich mich gerade ablenken will. und diese blicke… die korrespondieren perfekt damit, daß meine freund_innen immer völlig überzeugt sind, daß a auf keinen fall je von mir weggehen wird, und diese beziehung eigentlich gar nicht in gefahr ist (mit wunschdenken stärker als meinem). und wenn ich das höre, dann denke ich, hey, ihr hört einfach nicht zu. genauso, wie wenn sie bei alles und jedem gleich auf meiner seite sind, und allzu bereit dazu, a’s freundin s zu verdammen. über diese loyalität bin ich unendlich glücklich, doch ich möchte auch eine ehrliche auskunft darüber, was sie von meinem verhalten denken, eine durchdachte auskunft, und keinen modus operandi — vielleicht ist das von freund_innen das falsche verlangt.

mein alter freund thomas sagt, er könnte das nicht, gleichzeitig frisch verliebt sein und was neues beginnen, und woanders in so einer krise zu stecken. ich finde, es geht. das gleicht sich so ein bißchen gegenseitig aus.

aber worauf ich achten will ist, daß ich nicht m und w als ausgleich beunutze, als ersatz-a oder ersatz-papamama, oder als primäre krisenunterstützung. das wäre zutiefst unfair.

und m würde dazu sagen, das ist doch selbstverständlich. darin ist sie vielleicht a gar nicht so unähnlich, und da muß ich aufpassen, daß ich auf meinen eigenen füßen stehe, und weder an a zerre (so wie die s das tut), noch m als krankenschwester und w als ablenkung heranziehe, und zwar gerade weil sie mir das anbieten.

heute war ich bei meiner guten freundin j; wir gingen u.a. in einen riesigen sexshop, total überwältigend. all die möglichkeiten.

;-)