Meine Mutter las einen alten Text von mir, und sie sagte zu mir „Du musst schreiben“ und bot mir als nächstes an, an ihrem Schreibprojekt mitzuarbeiten.

Eine Bloggerin (uvm), die ich aus der Ferne bewundert habe (das kann ich ja sehr gut), teilte mir mit, dass sie mein Blog (ja, dies hier) möge und sich freuen würde, wenn ich wieder etwas schreiben würde.

Also. Es ist nicht ganz einfach, über die einführenden Worte hinauszukommen. Noch immer, auch wenn Zeit vergangen ist, bedeuten Worte Macht, egal ob ausgesprochen oder geschrieben, und sie bedeuten das Beanspruchen von Raum, von dem ich immernoch nicht sicher bin, dass er mir zusteht. Zudem habe ich beim Schreiben nicht die Möglichkeit, mich bei allem damit herauszureden, dass ich noch Anfängerin bin, wie ich das in anderen Bereichen gewohnheitsmäßig mache und entsprechend mich auch aktiv dagegen verwahre, jemals besser oder fortgeschrittener zu werden – zu gefährlich.

Ich schreibe schon immer, da kann man von Anfänger_innenfehlern nicht mehr reden. Still, it kind of doesn’t get easier. Manchmal ist es leicht und manchmal nicht.

Like now: Am I even talking about anything at all, asks the knight, one of the most prevalent among my inner voices. Sie meint es nur gut; sie will nur darauf achten, dass Fairness gewährleistet ist, und Rechte zugestanden werden, wo sie auch ihren Platz haben, nicht anderswo. Ich muss mir Ablenkungsmanöver für sie ausdenken; aber warum will ich vor mir selbst überhaupt Rechtfertigungsspielchen spielen?

Jedesmal, wenn ich nach einer Pause wieder mal etwas online äußere, kämpfe ich wieder damit, dass ich nicht einfach über etwas reden kann, wie andere auch. Über etwas Äußeres. Es muss eine lange Meta-Vorrede geben. Ich muss alles erklären.

Frage 1: Ich habe schon eine Weile keine Lust mehr, jedem alles zu erklären, was ich tue. Warum sitzt dieser Impuls dennoch so tief und kommt gerade hier mit so großer Vehemenz zum Vorschein?

Frage 2: Was ist etwas Äußeres? Warum ist es „gut“? Warum ist das Metageplänkel schlecht?

Frage 2. 1 Ist die Schlechtigkeit des Textes daran messbar,

– wie ich oft ich das Wort „ich“ verwende?

– wie oft ich sage, dass etwas nicht einfach ist, weil alles einfach sein sollte, vor allem Sachen, die andere offenbar einfach finden?

Frage 2. 2 Die Qualität eines Texts steigt, wenn er ein klares Thema hat. (?) Was ist ein Thema? Welches Thema zählt als Thema?

Stay tuned.

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4 Gedanken zu “

  1. Mit der Meta-Ebene zu spielen kann sogar Spaß machen, aber glaube nicht, dass die anderen nicht auch damit kämpfen sie nicht überhand gewinnen zu lassen.

    Für mich hab ich auf deine Fragen Antworten. Oder waren sie rhetorisch?

    • was „die anderen“ als größe machen, interessiert mich nicht so besonders. was jemand bestimmtes anderes so macht/ denkt/ bekämpft/… finde ich aber durchaus spannend.
      meine fragen sind offene fragen, wenn du mir was über deine antworten erzählen magst, lese ich das sehr gern.

  2. Das ist so nur unzutreffend gesagt, ich sagte nicht, dass ich dein Blog mag, ich sagte ich fangirle. Das sind doch gefühlte zwei drei Ebenen mehr ;-)

    Und ich lese dich deswegen gerne, weil du sagst, was dir einfach fällt oder eben nicht, weil du eine ganz eigene Art hast zu schreiben, weil – so glaube ich- man dich sonst anders verstehen würde, eben weil manche Leute da anders ticken. Grade daran fällt aber auf, zumindest mir, dass ich in manchen Dingen wohl ähnlich ticke und das finde ich dann oft auffallend angenehm. Also diese Dinge, die dich unterscheiden, die dich einzigartig machen, die kristallisieren sich oft durch deine Art heraus, dass du dich eben abgrenzt zum – wie sag ich- Mainstream.

    Trotzdem, bin ich mir sicher, dass ich dich auch noch genauso gern lesen würde, wenn du irgendwas von den oben genannten Sachen anders oder garnicht mehr machst, weil du eben über das schreibst, was dich bewegt. Und das finde ich spannend. Genau diese Themen, die du wählst. Für mich fügt sich das beim Lesen auch immer total gut ineinander, ich frage mich nie: „Wo ist denn hier der Zusammenhang?“.

    Ok, also: hey, schön, was Neues von dir zu lesen!

    • *hust* yay! :D

      Für mich fügt sich das beim Lesen auch immer total gut ineinander, ich frage mich nie: “Wo ist denn hier der Zusammenhang?”

      Ah, das ist gut zu hören. Von meiner Warte aus kann ich natürlich schlecht beurteilen, ob mein Text wirr erscheint, weil ich ja die Assoziationsketten kenne. Mich erinnert das gerade auch daran, dass ich eigentlich mich in der Schule und Uni um Struktur in Texten nie bemühen musste, weil mir die so automatisch zuflog. Ich werde lediglich dann verwirrt, wenn ich eine vorgegebene Art von Struktur anwenden soll, bevor sich die organische entwickeln konnte. Daran sollte ich mich mal erinnern. Und dann hat es noch mit der Länge der Texte zu tun. Wenn man bei der Einleitung hängen bleibt und nicht weiter schreibt, kann es eben auch kein ausführliches Inhaltsverzeichnis geben.
      Und was ich auch sehr spannend finde, was Du sagst über die Einzigartigkeit. Als Jugendliche habe ich mich um die so sehr bemüht; dann irgendwann dachte ich gelernt zu haben, es gäbe sie gar nicht. Und jetzt schafft sie sich so subtil ihren Raum, dieses Unkraut zwischen den Bodenplatten festgefahrener Selbstbilder. ;-) Finde ich ja gut.

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