ohne Meta

Wieder einmal zu Besuch im Haus meiner Eltern habe ich mir den Computer meiner Mutter ausgeliehen. Auf meinem eigenen macht das Tippen keinen Spaß, das E hängt, und man muß mit Karacho auf die Tasten hauen, damit wirklich alle Buchstaben da auftauchen, wo sie stehen sollen. Der hier dagegen bietet sozusagen den Fingern Urlaub während sie arbeiten, Joggen statt Gewichtheben.

Während der letzten Wochen hatte ich so einige Male den Impuls zum Blogschreiben. Es gab ja auch interessante Diskussionen, zu denen man sich hätte äußern können, also, ich. Und Dinge, die schon länger in meinem Notizbuch als Fragment auf Realisierung warten. (Fragmente realisieren tu ich aber eigentlich nie.)

Doch wenn ich so durch meine Posts scrolle, fällt mir auf, daß es nicht die thematischen Einträge, die Diskussionsbeiträge sind, an denen mein Blick im Nachhinein noch hängen bleibt. Vielmehr verweile ich auch Monate und Jahre später lieber bei den wenige Zeilen umfassenden Bildhaufen, die ich mal aus meinem tiefsten Inneren heraus auf den Bildschirm gespuckt habe. So ähnlich wie die Lyrik, die ich früher mit Leichtigkeit verfaßt habe, und die mir jetzt in der Fingerspitze stecken bleibt. Ein schönes Wort an ein schönes Bild an einen schönen Ton geklebt, Analyse bleibt draußen, muß nicht eingeordnet werden. Gehört zu nichts dazu. Kommuniziert nichts nach außen. Letztlich sind das Erinnerungsstücke, nicht mehr und nicht weniger, und trotzdem –

Vielleicht sind Erinnerungsstücke, bei denen man die Emotionen, die dranhängen, tatsächlich darstellen kann, gar nicht so schlecht als Texte.

Zur Sichtbarkeit trägt es natürlich nicht bei, sich weiterhin in Privatem zu wälzen. Aber vielleicht ist es auch das, was ich schreiben will, zumindest manchmal. Alles andere ist Arbeit, nicht das Schreiben an sich, sondern das sich dazu bewegen. Privatmatschen entspannt.

Ah, warte mal, Sekunde. Was da so in meinem Notizbuch steht an Themen, über die ich schreiben könnte, das sind alles Sachen, bei denen es konkret um meinen ganz persönlichen Zugang geht.

Denke ich da dann wieder, daß das uninteressant ist? Warum sollen nur persönliche Zugänge anderer Leute spannend sein? Hab ich nur wieder Angst davor, daß es am Ende tatsächlich interessant sein könnte, was ich beizusteuern hätte?

Es macht mir keinen Spaß mehr, über Beweggründe nachzugrübeln und endlose Metaüberlegungen anzustellen, das ist eindeutig. Es macht mir im Moment keinen Spaß mehr, diesen Post hier zu schreiben, seit er sich auf die Metaebene, die mit den X Stockwerken begeben hat.

Warum ist mir egal. Egal. Egal. Üb das.

Und Folgenes üben: Ich stelle fest, mir gefallen diese tiefen Erinnerungsstücktexte, die ich mal verfaßt habe. Ich stelle fest, ich habe Ideen, was ich schreiben könnte, ich habe es bisher aber noch nicht gemacht – das sind nur Beobachtungen. Ich stelle fest, Sachen sind schwer, aber das zieht so vorbei und ich lasse mich nicht davon beindrucken.

Wieder kein Fazit! Wohin soll das noch führen! Macht das überhaupt einen Sinn? Vermutlich nicht. Und. Weiter? …

Wie geht Schreiben ohne Meta? Geht Schreiben ohne Meta? Geht Leben ohne Meta?

Mal sehn.

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