Timing und kurze Sätze

Es ist sehr schön, endlich mal wieder mit Zeit vor dem Computer sitzen zu können. Und dann auch noch an einem Schreibtisch, auf einem Stuhl. Denn es ist besser, Schlafsphäre und Computersphäre zu trennen, mir selber gelingt das aber schwer, und ich genieße es daher, wenn ich mir den Computerort von jemand anderem ausleihe.

Außerdem kann ich nachdenken, da jetzt das Paracetamol die Schmerzwolken aus meinem Kopf gepustet hat, und aus meinem Schultern und Nacken.

Seit ein paar Tagen twittere ich ja jetzt. Ich hatte zwar schon lange einen Account oder zwei, habe sie aber kaum benutzt. Dabei steckt da ein Hammerpotential drin. Es ist so einfach, einen Gedanken in den Äther zu schicken, der dann aufgegriffen werden kann, sich potenziert, reist, sich wandelt, wirkt. Magie halt, sehr effektive. Die funktioniert naheliegenderweise viel besser, wenn man den Gedanken klar und kurz ausdrückt und in diese kleine Form viel Kraft steckt. Ein langer Blogpost ist was ganz anderes, der zieht zwar auch irgendwo am (Spinnen-)Netz, aber auch wenn viele ihn lesen eher auf sanfte Art. Bloggen u.ä. ist Arbeit am (Diskurs)Palimpsest. Twitterzauberei kann sein: Wie diese Technik, in der man über seine Gedanken schreibt, dann die Wörter einkreist, die zentral erscheinen. Diese in die Mitte des nächsten Blatts schreibt und darüber wieder schreibt. Undsoweiter.

Diese Technik kenne ich übrigens aus dem Coaching, bin dann später darauf gestoßen, daß sie auch als Methode zum Sigillen erschaffen benutzt wird. Das leuchtete mir sehr ein. Traumreisen sind ja auch Geistreisen, wenn man sie so nutzen mag.

Ich würde also gerne mal eine Coaching-Zauberin oder sowas werden, wenn ich groß bin.

Natürlich liest kaum wer meine Tweets, was sehr dem Teil von mir entgegen kommt, der jedes Mal in Panik gerät, wenn ich anfange, wirksam und sichtbar zu werden. Der wollte einen Post hier darüber schreiben, daß die Twitterei ihn beängstigt! Mich beängstigt sie aber eigentlich gar nicht. Es interessiert mich auch derzeit erstaunlich wenig, wie viele oder wenige Leute mich da lesen. Darum geht es ja nicht. Wenn es eine Diskussion gibt, die wichtig ist, dann muß ich mich nur an der richtigen Stelle einhaken, um einen Effekt zu erzielen. Das glaube ich mir jetzt nicht. Ich sage mir: Ha, das redest du dir solange ein, bis du es machen willst, es aber nicht funktioniert, weil dich ja eh niemand lesen will!

Darauf antworte ich mir, schon gut, Süße, alles ist ruhig und ok, red du nur. Ich denke nämlich, ich weiß, wie das geht, mich einzuhaken, ich hab es schon getan, ich kann es wieder tun, wenn ich mich nur traue. Und wenn der richtige Zeitpunkt da ist. Der, an dem ich es wichtig genug finde, um aufzuhören, darüber nachzudenken.

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