Ich spiele mit mir das Assoziationsspiel

So, bin wieder beinah gesund. Wetter ist auch schön. Keine Ausreden mehr.

Mir sind nur gerade ein bißchen die Themeneinstiege ausgegangen. Ich denke an Spargel schälen im Hof, an globale Bewegungen gegen diverseste Unterdrückung, an Sonne, daß ich Linux irgendwann installieren will, daß ich befürchte meine Erkältungsreste zu verschleppen und daran, daß der Rharbarberkuchen meiner Oma jetzt einen anderen Guß obendrauf hat. Neben mir kuschelt die Katze, das Fenster ist auf. In meiner neuen Wohnung werde ich keine Katze, aber dafür Mitbewohnerinnen, keinen Balkon, aber dafür eine breite Fensterbank haben. Na mal sehen.

Wenn ich ans Schreiben denke, dann denke ich: Ich habe ja schon lange gar nichts mehr geschrieben. Schreiben heißt bei mir wohl nur Erzähltexte. Vielleicht, weil ich früher, anders als heute, fast nur erzählende Texte gelesen habe. Oder weil ich es schwieriger finde, Geschichten zu erfinden als etwas aus meiner ungeordneten Gedankenwelt aufzuschreiben.

Gestern hab ich mich vor dem Schreiben gedrückt und mittelalte Doctor Who Folgen angeschaut. Oder war das vorgestern? Jedenfalls schaute ich viel zu lange, schon nachdem ich müde geworden war schaute ich weiter, weil ich irgendwie den Computer nicht ausmachen und nicht schlafen wollte. Das geht mir in letzter Zeit öfter so, und ich weiß nicht, warum das so ist. Eigentlich schlafe ich sehr gern. Morgens komme ich ja gar nicht aus dem Bett, weil ich es so schön finde weiterzuschlafen.

Zeitweise dachte ich, es liege daran, daß die Nacht eine frei verfügbare Zeit für mich ist, während am Tag immer Aufgaben auf mich warten. Weshalb ich diesen Transfer von der Nacht in den Tag also nicht wollte, sondern lieber die Nacht bis ins Unendliche zog. Aber zur Zeit… mag ich die Tage. Es gibt zwar ein paar lästige Dinge noch zu erledigen, doch das Hinausschieben klappt ganz gut, und die Menge der lästigen zu erledigenden Dinge ist weitaus geringer als noch vor einigen Monaten.

Also vielleicht Gewohnheit?

Vielleicht auch einfach Computerabhängigkeit. Wenn ich irgendwelches Suchtverhalten an den Tag lege, dann am ehesten in diesem Bereich.

Meine spontanen utopischen Szenarien (wenn du die Augen schließt und denkst, wie und wo würde es mir wirklich gutgehen) beinhalten Computer und Internet, aber in begrenztem Umfang. Ich stelle mir vor, daß ich in meinem neuen Zimmer den Computerplatz aus dem Bett an irgendwo anders hin verlagern werde, damit das Bett nichts mehr mit dem Computer zu tun hat, sondern ein Ort des Träumens und Erholens ist. Das kommt mir viel gesünder vor. Und mein schöner Laptop bekommt einen eine Kiste, auf die er draufgestellt wird, mit einem Kissen davor, und nebendran Blümchen. (*g*)

Die Wand streiche in in verschiedenen Grüntönen, mit dem Blau, das meine Mitbewohnerin mir geben will, male ich Schlangenlinienmuster darüber. Ich kaufe mir ein buntes Mobile, und, oh, Vorhänge!

Doch da bin ich noch lange nicht, das ist erst Ende nächster Woche. Ich habe ein temporäres Gleichgewicht entdeckt zwischen Kalenderbenutzung und Im-Moment-Sein, komischerweise funktioniert letzteres mit ersterem besser. Immer wieder mache ich mir eine halbe Stunde lang Sorgen über ungelegte Eier, weil ich das exzeptionell gut kann, und dann höre ich wieder auf damit. Einen weiteren hohen Prozentsatz der Zeit verbringe ich mit dem Tagträumen, siehe oben, welches immerhin nicht ganz so ungelegte Eier betrifft wie das Sorgen machen. Ich habe sehr viele Dinge in allernächster Zukunft, von denen ich träumen und um die ich mir Sorgen machen kann. Das Träumen macht eine Menge Spaß.

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