nachtrag

was praktisch an der seriellen monogamie ist: wenn ein partner nicht mehr aktuell ist, kann man danach streben, sobald man sich erholt hat, einen neuen als ersatz zu finden. der dann im prinzip die gleiche stelle ausfüllt, an der der alte partner vorher stand.

für mich ist das eine stelle, auf der steht halt a drauf, und kommt nur a rein. und was mir bleibt ist eine leerstelle, null, ur. was soll ich damit, diese stelle mit neuem füllen zu wollen.

narr. rauschen. offener raum, nicht nur außen sondern auch innen,

ich glaube, das wird hart werden.

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10 Gedanken zu “nachtrag

  1. Glaub mir, ein Partner wird auch in einer monogamen Beziehung nie wirklich ersetzt. Ein anderer kommt, ja, nimmt vielleicht auch einen Teil des Platzes ein, den der Partner vorher beansprucht hat, aber es ist eben doch nicht der alte Partner. Es ist ein anderer Mensch, mit dem man da sein Leben / seinen Lebensabschnitt teilt.
    Ich möchte niemanden, der meine Ex-Freunde ersetzt. Schon deswegen nicht, weil ich NIE WIEDER so ein Arschloch wie M als Freund haben möchte. Ganz abgesehen von den Erinnerungen, die man damit ja auch theoretisch ersetzen müsste. Klar gibt es jedes Mal wieder ein neues „erstes Mal“ – aber nochmal die ganzen Gedanken dazu? Noch mal den ersten „ersten Kuss“ erleben?
    Eine gute Freundin / einen guten Freund, mit dem es einfach nicht mehr „passt“, ersetzt man doch auch nicht einfach so, oder?
    Jeder Mensch, der in unser Leben tritt, hinterlässt Spuren und einen gewissen Raum, den kein anderer Mensch der danach kommt, für sich beanspruchen kann. Es kann sein, dass dieser Raum schrumpft, oder zwischendurch wieder größer wird, aber er wird doch immer da sein.

    • du hast natürlich völlig recht. aber so hab ich es auch nicht gemeint. natürlich hat jeder mensch einen ganz eigenen platz für sich (obwohl ich schon denke, daß viele poly-leute sich dessen zwangsläufig noch ein bißchen bewußter sind als viele mono-leute, weil ja jede_r liebhaber_in einen ganz speziellen platz haben muß, damit sich niemand in die quere kommt).
      ich meinte, der neue monogame partner übernimmt quasi dieselbe funktion wie der alten, denselben job. du möchtest auch mit ihm wahrscheinlich zusammenleben, eventuell mal kinder kriegen, etc., was eben so deine ziele mit einem partner sind. sozusagen die ‚lebensgefährte‘-funktion.
      und ich glaub nicht, daß ich jetzt nach einem neuen lebensgefährten mich umschauen will. romantik und sex und gute freund_innen hab ich ja, und dieses ganz nahe, familiäre, das sich vor allem auf eine person im zentrum bezieht, da frage ich mich: will ich das überhaupt noch.
      und natürlich, ähm, denk ich auch, es gibt niemanden, der meine kriterien erfüllt, so wie a. aber das ist sicher eine normale folge von 10 jahren zusammensein, und alles kann sich irgendwann ändern.
      (ich frag mich nur echt, wo ich jetzt meine geplanten kinder herkriegen soll, die ich schon aufgeschoben habe wegen a’s furcht vor verantwortung… aber das ist ein thema fürs nächste gejammer. ;))

      • Hm, ehrlich?
        Ich kann mir nicht mit jedem Partner vorstellen, Kinder zu kriegen und alt zu werden und das ganze „romantische Zeugs“.
        Bei M ja, erste Liebe und so und noch viel zu naiv um überhaupt länger als bis zum nächsten Wiedersehen denken zu können.
        Als ich mich dann zwischen M und T in zwei andere Kerle verknallt hatte… Kinder? „Bis dass der Tod uns scheidet“? Zusammen leben? Urghs.
        Und jetzt? Jetzt ist meine ganze Situation, Studium und so’n Mist, viel zu verzwickt, als dass ich überhaupt über Kinder nachdenken will. Außerdem finde ich, dass fast 9 Monate zu früh sind, um mehr als Scherze über das Thema zu machen. ;) Jedenfalls für mich.
        Allerdings sagt doch keiner, dass nicht irgendwann jemand wieder As „Funktion“ (ich nenne es jetzt einfach mal so) übernehmen kann, oder? Klar dauert es, das notwendige Vertrauen aufzubauen und ich denke, es ist eh schwerer einen Poly-Partner zu finden, als einen Mono-Partner, denn das ist doch das vorgelebte und erwünschte Ideal der Gesellschaft. Wo kämen wir denn hin, wenn das alle so machen würden…? Wahrscheinlich zu einer nicht ganz so verkniffenen Gesellschaft. Abgesehen davon habe ich erst letztens einen Artikel darüber gelesen, dass die Menschheit nicht für Monogamie geschaffen ist. (Kann ich dir gerne mal abtippseln, wenn du magst. :) )
        Wer weiß, vielleicht stolperst du eines Tages über „Ihn“ und denkst: „Bingo!“ :)

  2. Ach du. ♥ Ich weiß nicht viel, was ich hier sagen soll, und habe keine weisen Ratschläge, aber ich hoffe wir sehen uns bald und dann können wir reden! ♥ In meinen Gedanken bin ich ganz oft bei dir.

  3. ich finds so schwierig, hier was dazu zu sagen. ich könnte es nicht aushalten, mitzuerleben, wie mein partner langsam davon driftet, zu jemand anderem. wie langsam alles umdefiniert wird, was unsere beziehung ausgemacht hat. puh, mir wird schon in der vorstellung ganz anders.
    aber das hat was mit mir zu tun, das ist wohl _meine_ angst.
    jedenfalls.. diesen gedanken mit dem „freigeben“, den verstehe ich nicht ganz. das ist doch auch eine rolle, das ist doch – erlaub mir die offenheit – nicht wirklich ehrlich. und du machst ihn ja auch irgendwie klein damit („ich weiß, was dich glücklich macht, selbst wenn du selbst es noch nicht weißt“).
    wenn du ihn eigentlich doch willst, nimm ihm doch nicht seine verantwortung (nämlich zu dem stehen zu müssen, was _er_ will!) ab!
    ich würde an deiner stelle radikal zu dem stehen, was ich wirklich will, und dafür gehen, dass ich genau das auch bekomme.
    gehen würde ich allerdings dann, wenn ich diese zerrissenheit von a selber nicht mehr aushalten könnte, wenn ich nicht mehr warten kann.

    und das mit dem ersetzen – ach das ist in jedem fall eine illusion.. :(

    • das kann sein, daß es so rüberkommt, als sei das eine rolle und nicht ehrlich. ich nehme es nicht so wahr. für mich ist es im moment die ehrlichste variante, mit der ich es aushalte. ich verschweige ja nichts. er weiß, daß ich nicht weggehe, daß er zumindest noch eine weile zu mir zurück können wird. aber ich verlange nichts mehr, weißt du, ich mache dieses zieh-spiel nicht mit, das sowohl ihn als auch nich wahnsinnig macht.
      ja gut, ich nehm ihm ein stück seiner macht aus den händen, aber er weiß damit gerade auch gar nicht umzugehen. und ich kann nicht mehr viel länger zur verfügung stehen und heulen und warten, aber nicht zerren (wie s), nur um zu beobachten, daß er weiter wegdriftet, ganz egal was ich tue.
      die endgültige entscheidung hab ich damit nicht für ihn getroffen, sondern nur uns beiden etwas freiraum verschafft. (ich kann aber auch nicht behaupten, daß ich den eindruck hab, das er i.m. überhaupt nach entscheidungsfreiheit strebt, aber das ist nicht meine angelegenheit).

      radikal zu dem stehen, was ich will, das tu ich schon die ganze zeit, und das tu ich auch weiter. das weiß er, daß ich ihn will, und unter welchen voraussetzungen, und wo ich kompromißbereit bin.

      „dafür gehen, daß ich genau das auch bekomme“
      ja, schön, das hör ich immer, kämpfen! sag mal, wie geht denn das so toll, wie alle immer sagen? niemand kann es mir spezifizieren. ein paar leute werfen mir immer vor, daß ich ja nicht genug kämpfen würde. ich versteh das nicht. ich will erstens, daß a glücklich ist, und ich möglichst auch, und außerdem will ich einen partner, der sich frei entscheidet, mit mir zusammen zu sein, und nicht jemanden, den ich manipuliert und gezwungen hab.
      ich bleib auf meiner position stehen, und das gehen lassen mit offenem ausgang ist nur die weiterführung dieser position, mit gehörig viel mehr raum zum atmen.

      man kann mir sicher vieles vorwerfen, aber nicht, nicht ehrlich zu sein, egal ob zu mir selbst oder zu anderen.

      und ob er zu seiner verantwortung steht ist seine angelegenheit, ich kann nicht seine probleme lösen, und ihm seine tolle unmögliche verantwortung lassen, wenn mich das selber zerfetzt. niemand scheint in diesem komischen trio handlungsfähig oder -willig zu sein, außer mir, also handel ich.

      • huch, bitte entschuldige.. ich hab mich offenbar ganz schön schräg ausgedrückt, ich wollte dich auf keinen fall angreifen oder dir vorwürfe machen.
        ich glaube auch, ich bin momentan zu sehr mit eigenem zeug beschäftigt und das hat sich da reingemischt und ganz schön überlagert… von daher kannst du meinen kommentar wohl getrost in die mülltonne stecken und es tut mir wirklich sehr leid, wenn mein kommentar dich verletzt hat!

        mit nicht ehrlich sein habe ich auch nicht diese unehrlichkeit im sinne von lügen oder verschweigen gemeint.. mh, ich hab mich an mich selbst erinnert gefühlt.. ich hab mich ja vor 8 monaten von c. getrennt und hinterher gemerkt, dass hinter meiner stärke eigentlich eine form von trotz steckte. trotz, mich nicht unterkriegen zu lassen von seinem sich immer wieder abwenden. nicht völlig zusammenzubrechen. und darunter noch lag eine totale verzweiflung.. ich hab mich aus verzweiflung getrennt, weil mir einfach nichts anderes mehr eingefallen ist.. und als mir das hinterher klar wurde, habe ich mir gewünscht, ich hätte damals diese verzweiflung ausdrücken können. ich hätte c. damit irgendwie erreichen und berühren können.
        (ich glaub das wäre nicht gegangen. eigentlich kann ich echt sagen, ich hab mein möglichstes getan..)
        naja. jedenfalls konnte ich mir meine angst und meine „abhängigkeit“ und mein klein-sein-gefühl nicht eingestehen, das wars, was ich mit ehrlichkeit ausdrücken wollte.

        und es tut mir leid für dich, das ist ne scheiß situation. ich war noch nie so lange mit jemandem zusammen.. ich glaub ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, wie heftig so ein drohender oder anstehender trennungsprozess für dich sein muss..

      • hey, keine sorge. :) ich denke, du hast da möglicherweise einen wichtigen punkt getroffen, daher bin ich so gehopst. du hast mich nochmal zum nachdenken gebracht, was gut ist (wenn auch schmerzhaft). und vielen dank für diesen kommentar und das teilen deiner erfahrung. wir liegen da nicht so weit auseinander, glaub ich.
        ich geh jetzt schlafen, aber sage morgen nochmal was dazu, wenn ich daheim bin.

    • 2.
      tut mir leid, wenn ich aggressiv reagiert habe. ich bin erst um elf aufgestanden, und die ersten paar stunden des tages umfängt mich noch dieses ‚alles ist nicht in ordnung‘ gefühl, mit dem ich aufwache.
      und dann hat wohl jede_r so seine trigger-punkte, auf die die defensive ausgelöst wird, wie bei mir der vorwurf, nicht ehrlich zu sein. (und die sache mit dem ‚kämpfen‘, auch wenn du’s nicht so gesagt hast, die hab ich oft genug gehört um genug davon zu haben).
      es stimmt aber trotzdem, was ich im letzten kommentar geschrieben habe.
      was ich tun will ist das, was im moment am ehesten von allem einem lösungsansatz nahkommt. und ich fühle mich, seit ich’s beschlossen habe, abgesehen von der trauer besser, oder wenigstens klarer als vorher, und mein kopf zirkelt nicht mehr so sehr die ganze zeit nutz- und effektlos um ‚was ich alles tun könnte, damit…‘, was sowieso alles nichts bringt.
      usw.

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